Ausreichend Firmen wollen Haller Glasfasernetz bauen

Halle Westfalen. 14. Mai 2019. Der geplante Bau des Haller Glasfasernetzes ist einen entscheidenden Schritt vorangekommen: Die Ausschreibung des Baus verlief erfolgreich. Auf die fünf ausgeschriebenen Lose haben sich jeweils mehrere Bieter beworben.

„Damit sind wir einer unserer größten Sorgen ledig, dass das Auftragsvolumen für das Haller Glasfasernetz nicht ausreicht, um das Interesse der Baufirmen zu wecken“, freut sich Geschäftsführer Johannes Schwöppe. Die Eröffnung der Ausschreibung hat stattgefunden, aktuell läuft die technische Prüfung aller Angebote. Das wird noch gut zwei Wochen dauern.

Erst danach kann die Entscheidung fallen, welcher oder welche Bieter die Ausschreibung gewonnen haben. Und vergeben werden können die Bauaufträge letztlich auch erst dann, wenn die jetzt anhand der echten Zahlen zu überarbeitenden Fördermittelanträge von Bund, Land und Stadt positiv beschieden sind. „Das wird sicher noch einmal sechs bis acht Wochen dauern“, weiß Mitgeschäftsführer Jochen Strieckmann. Baustart könne demzufolge frühestens Ende Juli sein.

Zum Netzausbauplan blieb keine Frage unbeantwortet

Halle Westfalen. 16. Februar 2019. Wie groß das Interesse an schnellem Internet in den Haller Außenbereichen ist, zeigte der Infonachmittag der Hallewestfalen.net GmbH: Mehr als 350 Hausbesitzer kamen trotz strahlenden Sonnenscheins in das Schulzentrum Masch. Ziel war es, die Ausbaupläne zu prüfen und auf alle Fragen Antworten zu erhalten.

Das Gigabitnetz der Stadt Halle soll ab dem Sommer gebaut werden. Ausgangspunkte sind zwei Knoten (PoPs) der Telekom in Halle und Künsebeck, die mit dem Internet verbunden sind. Von dort an werden Glasfaserkabel in fünf Verteilergebäude und in 42 dahinter liegende Verteilerschränke verlegt. Von den Verteilerschränken geht es dann direkt in die Häuser. Die Glasfaserinfrastruktur endet im HÜP – dem Hausübergabepunkt. Jedes Haus, das im Ausbauplan als solches verzeichnet ist, bekommt einen Anschluss.

Nutzen kann man ihn, sobald die Telekom den Betrieb in diesem Netzteil aufnimmt, muss man aber nicht. Und das Haller Glasfasernetz wird barrierefrei sein, man kann auch bei seinem bisherigen Anbieter – das kann, muss aber nicht die Telekom sein – bleiben und mehr Leistung ordern, sobald der Anschluss funktioniert. Der reine Anschluss kostet die Hausbesitzer nichts.

Bevor das Kabel von der Straße zum Haus in rund 70-80 Zentimeter Tiefe verlegt wird, stimmt sich der Bauleiter vor Ort mit den Hausbesitzern ab. Besonderheiten wie Wasserleitungen im Vorgarten, ein steiniger Untergrund oder besondere Wünsche für die Platzierung der Technik kann man auch vorab an die Hallewestfalen.net GmbH melden, einfach eine Mail an info@hallewestfalen.net oder einen Brief schreiben. Der Hausanschluss ist Gas- und Feuchtedicht, sodass die Außenwand ihre Schutzfunktion nicht einbüßt.

Gebaut wird das Haller Glasfasernetz in fünf Bauabschnitten: Das sind Hesseln, Eggeberg und Ascheloh im Los 1, die Innenstadt (hier geht es um den Anschluss der Bildungseinrichtungen) und Stockkämpen gehören zum Los 2, Los 3 sind Bokel, Hörste und die Bereiche bis hinunter nach Hesselteich, zu Los 4 gehören Kölkebeck und der Bokeler Süden, Los 5 ist Künsebeck. Ob und wann Baubeginn in den einzelnen Losen ist wird in den nächsten Wochen geklärt wenn die Aufträge zu Bau vergeben werden. Noch läuft die Ausschreibung.   

Erläuterten Samstag mehr als 350 Hausbesitzern, wann und wie das Haller Glasfasernetz gebaut wird: (von links) Stefan Vogt (TWO), Michael Trammer (IEBL), die Geschäftsführer der hallewestfalen.net GmbH, Johannes Schwöppe und Jochen Strieckmann, Holger Werle (IEBL) und Gregor Vos (Telekom).

Wichtig noch: Wenn jemand sein Haus nicht in dem bisherigen Ausbauplan findet, dann hat hierfür ein privater Anbieter den Netzausbau mit bis zu 30 MBit/s oder mehr angemeldet oder schon im Angebot. Wer trotzdem an das Gigabit-Netz der Hallewestfalen.net GmbH will – zum Beispiel weil eine Trasse nahe des Hauses gebaut wird – sollte sein Interesse an einem Extra-Anschuss anmelden. Dazu Jochen Strieckmann: „Wir werden solche Anfragen aber erst nach dem Bau des Netzes klären, denn wir brauchen als öffentlicher Bauherr eine Sondergenehmigung, um solche Anschluss errichten zu dürfen.“

Alle Hauseigentümer, die bislang den für den Ausbau nötigen Grundstücksnutzungsvertrag nicht am Samstag abgeben konnten, werden gebeten, diese in den nächsten Tagen ausgefüllt und unterschrieben im Haller Rathaus abzugeben – sonst gibt es keinen kostenlosen Glasfaseranschluss.

Gigabit-Netzausbauplan wird vorgestellt

Halle Westfalen. 14. Februar 2019. In der Mensa des Haller Schulzentrums Masch,  Wasserwerkstraße 1, wird am Samstag, 16. Februar, der Ausbauplan für das GigabitNetz vorgestellt. Eingeladen sind viele Hausbesitzer und Firmeninhaber aus den Haller Ortsteilen. Beginn ist um 15 Uhr.

Die Planer werden den Netzausbauplan vorstellen und auf jede einzelne Frage eingehen. Wo die Kabeltrassen verlaufen sollen, kann man vorab auch in der Rubrik Bauplan dieser Website einsehen, sich dort eine interaktive Karte (PDF) herunterladen.

Viele Grundstücksbesitzer sind zudem aufgefordert, eine Kabelbaugenehmigung zu erteilen. Das Formular steht ebenfalls in der Rubrik Bauplan zum Herunterladen bereit. Die Eigentümer werden gebeten, das Formular ausgefüllt zum Infonachmittag mitzubringen, im Rathaus abzugeben oder an die hallewestfalen.net GmbH, Kättkenstraße 8, 33790 Halle zu senden.


Alle Bewohner der Ortsteile müssen sich jetzt entscheiden

Die hallewestfalen.net GmbH stellt ihren Gigabit-Netzausbauplan vor

Halle Westfalen. 6. Januar 2019. Wer in den Außenbereichen von Halle ein Haus, einen Hof oder eine Firma besitzt, muss sich jetzt entscheiden: Und zwar für oder gegen einen Gigabit-Internetanschluss. Die Hallewestfalen.net GmbH stellt ihren Netzausbauplan am Samstag, 16. Februar, öffentlich vor.

Den Meisten wird die Wahl nicht schwerfallen, denn der Anschluss bis ins Gebäude ist kostenlos. Die Kosten für den Bau trägt die Hallewestfalen.net GmbH, eine 100%-Tochter der Stadt Halle, die mit Fördermitteln von Stadt, Land und Bund ein Glasfasernetz in den Haller Ortsteilen baut. Wer sich für einen Anschluss entscheidet, kann, muss diesen aber nicht vom Start des Netzbetriebs an nutzen.

Bevor Ja oder Nein gefragt sind, können sich alle Grundeigentümer im Rahmen eines Infonachmittags schlau machen. Die hallewestfalen.net GmbH lädt dazu am Samstag, 16. Februar, in die Mensa des Schulzentrums an der Masch ein. Beginn ist um 15 Uhr. Die beteiligten Planer werden den Netzausbauplan vorstellen und auf jede einzelne Frage der Besucher eingehen. Wo die Kabeltrassen verlaufen sollen, kann man einsehen, indem man sich die interaktive Karte am Fuß dieser Seite herunterlädt.

Vor dem Baustart muss die hallewestfalen.net GmbH noch Genehmigungen für den Bau der Leitungen bei den Grundstücksbesitzern einholen. Und zwar sowohl bei denen, die einen Anschluss haben wollen wie auch von denen, über deren Grundstück nur ein Kabel geführt werden soll. Das entsprechende Formular steht ebenfalls am Fuß dieser Seite zum Herunterladen bereit. Die Grundbesitzer werden gebeten, das Formular ausgefüllt zum Infonachmittag mitzubringen, im Rathaus abzugeben oder an die hallewestfalen.net GmbH, Kättkenstraße 8, 33790 Halle zu senden.

Wichtige Hinweise für Sie

Wer Fragen oder Hinweise zur bisherigen Planung hat wird gebeten, zum Infonachmittag zu kommen. Wer das nicht möglich machen kann, sollte seine Fragen oder Hinweise umgehend per Post an die Hallewestfalen.net GmbH, Kättkenstraße 8, 33790 Halle (Westf.) adressieren.

Grundstücksbesitzer sollten das Formular Grundstücksnutzungsvertrag gemäß § 45a Telekommunikationsgesetz möglichst ausgefüllt und unterschrieben zum Infonachmittag mitbringen. Oder im Haller Rathaus abgeben. Hier steht es zum Download bereit:

Grundstücksnutzungsvertrag gemäß § 45a Telekommunikationsgesetz (PDF)

Der Plan Trassenverauf Breitbandausbau Stadt Halle (Westf.) steht hier zum Download und zur Prüfung durch Interessierte als PDF bereit. Bitte einfach in das nachfolgende Bild klicken.

Mit Klick in die Karte erhalten sie ein interaktives PDF zum Download (12MB)

Telekom wird neues Haller Breitbandnetz betreiben

Halle Westfalen. 28. Januar 2019. Für das Haller Breitbandnetz ist ein Betreiber gefunden: Bürgermeisterin Anne Rodenbrock-Wesselmann und die Geschäftsführer der hallewestfalen.net GmbH stellten heute die Telekom Deutschland GmbH als Pächterin vor.

Symbolische Unterzeichnung PAchtvertrag für das Gibgabit-Netz in den Haller Ortsteilen
Unterzeichneten gestern den Pachtvertrag über das Gigabit-Netz in den Haller Außenbereichen, sitzend von links: Johannes Schwöppe, Jochen Strieckmann, Gregor Vos und Christoph Feldhaus; stehend von links: Klaus Stratmann, Detlef Wemhöner, Anne Rodenbrock-Wesselmann, Tanja Lützenrath, Elvan Korkmaz, Kai Fischer und Georg Fortmeier.

Derzeit läuft die Ausschreibung für den eigentlichen Bau des Breitbandnetzes für die Haller Außenbereiche. Bis zur Aufnahme des Betriebs – in Fachkreisen „ Beleuchtung der Glasfaserkabel“ genannt – ist es noch viele Monate hin. Nichtsdestotrotz war eine Voraussetzung für den Baubeginn das Finden eines Partners, der nach dem Bau die Dienste zur Verfügung stellt. Auf eine europaweite Ausschreibung des Netzbetriebs kam nur eine Bewerbung – die der Telekom Deutschland GmbH. Nachdem man sich über die Pacht einig war, wurde der 20 Jahre gültige Konzessionsvertrag am 17. Juli vergangenen Jahres geschlossen. Über die Höhe der Pacht wurde Vertraulichkeit vereinbart. Nach derzeitigem Planungsstand können in den Ortsteilen der Stadt rund 750 bislang unversorgte oder unterversorgte Gebäude angeschlossen werden. Darin sind 1.132 private Haushalte und 216 Firmen registriert. In der Innenstadt darf die hallewestfalen.net derzeit nicht bauen, da dort bereits andere Firmen schnelles Internet anbieten. Hausbesitzer bekommen den Glasfaser-Hausanschluss kostenlos, können ihn aber auch ablehnen. Das wird aber nach Expertenmeinung kaum jemand tun, da die Verfügbarkeit schnellen Internets schon jetzt eines der wichtigsten Kriterien für neue Mieter oder Käufer sind.

Geplant ist derzeit, die Ortsteile nach und nach anzuschließen. Dann wäre auch möglich, den ersten Haushalten Surf-Power zur Verfügung zu stellen, bevor der Gesamtausbau abgeschlossen ist. Bis zur Übergabe von Teilen bleibt die hallewestfalen.net Ansprechpartner für Hausbesitzer und Nutzer, danach wird es die Telekom sein. Telekom und hallewestfalen.net werden in den kommenden Monaten eng zusammenarbeiten, um einen reibungslosen Übergang ihrer Verantwortung als Ansprechpartner der Hausbesitzer und Kunden zu gewährleisten. 

Für die Haller sagt Bürgermeisterin Anne Rodenbrock-Wesselmann Merci an die drei Hauptakteure: (von links) Johannes Schwöppe, Jochen Strieckmann und Gregor Vos.

Statements zur Unterzeichnung des Pachtvertrags:

Bürgermeisterin Anne Rodenbrock-Wesselmann: „Für uns in Halle Westfalen gehört auch die Datenautobahn zur Infrastruktur. Eine neue Zeit soll anbrechen.“

Klaus Stratmann, Projektleiter Gigabit.NRW: „Chapeau! Halle hat sich für einen anspruchsvollen Weg entschieden, ist ein Vorreiter, der viel Pionierarbeit geleistet hat. Ich hoffe, dass Ihre Bürger das Gigabitnetz annehmen.“

Jochen Strieckmann, Geschäftsführer der hallewestfalen.net GmbH: „Wir freuen uns auf eine gute Zusammenarbeit mit der Telekom. Vielleicht können wir die Glasfaserkabel-Infrastruktur für alle Haller gemeinsam noch schneller voranbringen.“

Johannes Schwöppe, Geschäftsführer der hallewestfalen.net GmbH: „Jetzt kommt Leben ins Projekt. Es gibt Firmen, die für uns bauen wollen. Vielleicht klappt ja der Baustart im April. Danke vorab an die Bürger für ihre Geduld.“

Gregor Vos, Regio Manager Infrastrukturvertrieb Region Nord der Telekom Deutschland GmbH: „Ein Betreibermodell ist auch für uns Neuland. Aber es hat sich für uns rechnen können. Hier in Halle gibt es viele Synergieeffekte und wir werden auch in der Innenstadt bald Super-Vectoring mit 250 MBit anbieten können.“

Tanja Lützenrath, Public Affairs Regulation & Federal States, Telekom Deutschland GmbH: „Herzliche Glückwünsche von Telekom-Vorstand Tim Höttges. Sie haben in Halle schon Tolles geleistet. Und die Telekom wird gerne zeigen, wie beweglich sie ist.“

Christoph Feldhaus, Leiter Planungsteam PPB Bielefeld, Produktion Technische Infrastruktur, Telekom Deutschland GmbH: „Mit dem Gigabitnetz im Haller Außenbereich wird Vieles möglich: Wer will kann bei seinem kleinen Paket bleiben, wer braucht, kann mit einem symmetrischen Anschluss sogar große Rechenzentren betreiben.“

Elvan Korkmaz, MdB: „Ich freue mich, wenn ich in Berlin Halle als Vorreiter in Sachen schnelles Internet nennen kann.“

Jochen Strieckmann, Geschäftsführer der hallewestfalen.net GmbH: „Wir Haller wollen schließlich nur ein Mal bauen. Dann aber richtig.“

Hohe Anforderungen bremsen Beschleunigung des Internets

Halle Westfalen. 21. Dezember 2018. Seit nunmehr drei Jahren arbeiten rund ein Dutzend Spezialisten an den Plänen für das Haller Glasfasernetz. Mehr als 2.000 Stunden sind bisher aufgelaufen. 200 einzelne Baugenehmigungen für die Unterquerung von Straßen, Bahnschienen und Gewässern mussten erarbeitet werden. Zeit für ein Zwischenfazit, dass die Planungsbeteiligten in ihrer bisher 21. Arbeitskonferenz zogen.

Nur Weniges war für die Baumeister des Haller Glasfasernetzes einfach. So hatte zum Beispiel die TWO vor dem A33-Bau bereits Leerrohre unter der Trasse für weitere Leitungen mitverlegt. Und weitere 3,9 Kilometer in diesem Jahr. Das Meiste war schwierig: Der Kreis wollte anfangs eine Messung der Sohlentiefe von 70 Bächen und Ackergräben. Das hätte viel Zeit gekostet. In Gesprächen konnte man sich verständigen, die Messung unmittelbar mit dem Bau der Düker genannten Unterquerungen auszuführen. Schwierig gestalten sich auch die Ansprüche der Fördergeber, die wollen anfangs alle 100, jetzt noch alle 400 Meter ein Foto vom offenen Kabelkanal. Oder ein besonderes Materialkonzept mit Leerrohr und Reserveleitung je Hausanschluss, welches dickere Leitungsbündel und deutlich größer dimensionierte Kabelschränken fordert. Nicht zuletzt musste das kleine städtische Unternehmen bei der Bundesnetzagentur eine „Nutzungsberechtigung für öffentliche Verkehrswege nach Telekommunikationsgesetz“ beantragen.

Auf immer neue Fragen gestoßen

Immer wieder stieß das Planungsteam um die beiden nebenamtlichen hallewestfalen.net-Geschäftsführer Jochen Strieckmann (sonst Finanzchef im Haller Rathaus) und Johannes Schwöppe (im Hauptberuf Geschäftsführer der T.W.O. Technische Werke Osning GmbH) auf bisher nie gestellte Fragen: Dürfen Häuser angeschlossen werden, die heute schon am Haller Ortsnetz hängen aber jenseits der Ortsgrenze stehen? Was ist mit jenen innerhalb der Stadtgrenze, die eine andere Vorwahl haben? Dürfen rund 100 weitere Häuser angeschlossen werden, die mit 30,01 Mbit/s theoretisch nicht, aber in der Realität doch unterversorgt sind? Dazu Johannes Schwöppe: „Es ist für das gesamte Team eine große Herausforderung, solche Fragen zu erarbeiten. Aber noch schwieriger ist es, darauf eine Antwort zu  bekommen.“ Wenn es überhaupt Antworten von Seiten der Fördermittelgeber gebe, müsse man auf die sehr lange warten.

Pionierleistung ist Fluch der Haller

Die Haller wissen nur zu gut um ihre Pionierleistung: Halle ist neben Kamen-Bönen-Bergkamen einer von nur zwei Standorten in NRW, die ihr Breitbandnetz selbst bauen und dann verpachten wollen. Betreibermodell nennt sich das. Das Gegenteil ist das Wirtschaftlichkeitslückenmodell. Bei dem suchen die Kommunen einen Netzanbieter, der das Glasfasernetz im Außenbereich baut und betreibt. Hierzu muss die Kommune einen einmaligen Beitrag leisten, der einen wirtschaftlichen Betrieb des Netzes ermöglicht.

Jochen Strieckmann formuliert das Haller Fazit einer schwierigen Planungsphase vorsichtig: „Wir haben uns mehr als einmal gefragt, ob die hohen Anforderungen des Fördergebers Bund mit seinem eigentlichen Ziel einer zeitnahen Breitbandversorgung in der Fläche verträglich sind.“ Dass es zu keiner Wettbewerbsverzerrung durch staatlich geförderte Maßnahmen kommen dürfe, sei allen Planern klar, aber: „Mit ein wenig mehr Toleranz in der Sache wäre die Realisierung von Breitband für alle sicher einfacher.“

 

Würden Sie Ihre Erkenntnisse nicht in einer gemeinsamen digitalen Plattform speichern, stünden Sie jetzt vor einem Berg Akten: die Planer des Haller Glasfasernetzes. Von links: die beiden nebenamtlichen Geschäftsführer der Hallewestfalen.net GmbH, Jochen Strieckmann und Johannes Schwöppe, die Technischen Fachplaner Holger Werle und Michael Trammer vom Büro IEBL aus Schortens, Dr. Hans-Peter Schoene, Projektmanager für die Telekommunikation von der BIB Tech GmbH aus Rodenberg, Bernd Lenhard von der Stadt Halle sowie Christian Scharlau und Stefan Kleine vom Projektsteuerungsbüro agn aus Ibbenbüren. Es fehlen die externen Juristen und Steuerberater der hallewestfalen.net GmbH.

Schnelles Internet für Halle: Ausschreibungsphase beginnt

Halle Westfalen. 17. Dezember 2018. Jetzt beginnt die europaweite Ausschreibung für ein sehnlichst erwartetes Bauprojekt: das Haller Glasfasernetz. Dieses wird – gefördert von Bund und Land – von der hallewestfalen.net GmbH, einer Tochter der Stadt Halle, voraussichtlich ab April kommenden Jahres realisiert.

Bis Ende 2020 sollen rund 750 Häuser und Firmen in den Haller Ortsteilen an ein rund 250 Kilometer langes Netz angeschlossen sein. Das rund 7 Mio. Euro teure Tiefbauprojekt wurde planerisch in fünf Auftragslose zerlegt, damit sich auch kleinere, eher regional tätige Firmen bewerben können. Für den Bau bleiben 21 Monate Zeit, Ziel ist die Fertigstellung Ende 2020.

Die Ausschreibung geschieht in zwei Schritten: Bis zum 20. Januar läuft ein Teilnahmewettbewerb, bei dem die Bewerber ihre Fähigkeit beweisen müssen. Dem schließt sich die eigentliche Ausschreibung an. Bis zum 28. Februar müssen die Teilnehmer ihre Angebote vorlegen. Bis Mitte März kommenden Jahres soll entschieden werden, welche Firmen die Aufträge erhalten. Frühester Baubeginn könnte dann Anfang April sein.

Aber nur, wenn alles gut läuft. Denn Halle ist im großen Teich des bundesweiten Breitbandausbaus ein eher kleiner Fisch. Auch ist die Zahl der Firmen, die Glasfasernetze bauen dürfen, eher übersichtlich. „Das Schlimmste wäre, wenn wir keine verwertbaren Angebote erhalten“, sagt Johannes Schwöppe von der hallewestfalen.net GmbH. Interessierte finden die kompletten Ausschreibungsunterlagen sowie die Möglichkeit die Bewerbungsunterlagen einzureichen unter https://www.subreport.de/E54952995.

Johannes Schwöppe tritt an die Seite von Jochen Strieckmann

Halle Westfalen. 7. Mai 2018. Johannes Schwöppe (52), neuer Geschäftsführer der Technische Werke Osning GmbH, hat Anfang Mai von seinem Vorgänger Detlef Wemhöner auch die Aufgabe eines Geschäftsführers der hallewestfalen.net GmbH übernommen. Das städtische Unternehmen hat den Auftrag, in den ländlichen Bereichen Halles ein Glasfasernetz aufzubauen.

Detlef Wemhöner (65) schied zum Ende des Monats April aus der Geschäftsführung der Netzbaugesellschaft aus, weil er als Chef des Haller Energieversorgers Technische Werke Osning GmbH in den Ruhestand verabschiedet wurde. Auch die Geschäftsführerpflichten bei der hallewestfalen.net GmbH hat mit Beginn des Monats Mai sein Nachfolger Johannes Schwöppe übernommen.

Schwöppe arbeitet sich derzeit in den Projektstand bei der Haller Glasfasernetzbaugesellschaft ein. „Bei dieser Pionierarbeit mitwirken zu dürfen ist eine hohe Verantwortung und eine spannende Aufgabe“, sagt Schwöppe. Bei den ersten Abstimmungsgesprächen mit den Planern war er schon dabei. Jochen Strieckmann freut sich auf einen neuen Geschäftsführer an seiner Seite: „Die Chemie stimmt und ich bin froh, dass wir die vielfältigen Aufgaben in der Projektleitung auf vier Augen und die Verantwortung auf zwei Schultern verteilen können.“

Führen jetzt gemeinsam die Glasfasernetzbaugesellschaft hallewestfalen.net GmbH: die Geschäftsführer Johannes Schwöppe (links) und Jochen Strieckmann.

Schnelles Internet für Ortsteile: Frist bis Ende 2020 verlängert

Halle Westfalen. 3. Mai 2018. Das Projekt Breitbandausbau in Halle Westfalen ist jetzt in der entscheidenden Phase angekommen. Derzeit läuft die Suche nach potenziellen Betreibern. Ist die Entscheidung für einen Netzbetreiber gefallen, geht es in die Feinplanung. Danach können die Tiefbau- und Glasfaser-Verlegearbeiten ausgeschrieben werden. Aufgrund der vielen voneinander abhängenden Schritte gibt es derzeit nur einen groben Zeitplan. Aber: Mit dem Bau des Netzes für den Außenbereich hat die hallewestfalen.net GmbH seit kurzem Zeit bis Ende des Jahres 2020.

Vor wenigen Tagen kam die erlösende Nachricht von der Berliner atene KOM GmbH – die seit 2010 als Breitbandbüro des Bundes agiert und seit 2016 beliehener Projektträger des MVI für die Abwicklung aller Anträge ist – dass die Förderung nicht länger einen Abschluss der Bauarbeiten bis Ende 2018 fordert. Die Frist wurde um zwei Jahre auf Ende 2020 verlängert. „Das nimmt uns ganz viel Last von den Schultern“, zeigt sich Jochen Strieckmann als Geschäftsführer der hallewestfalen.net GmbH erleichtert.

Viele neue Wege erschweren Arbeit

Die Außenbereiche Halle Westfalens flächendeckend mit schnellem Internet zu versorgen klingt einfach, ist aber aufwändige Detailarbeit. Strieckmann: „Wir sind vermutlich landesweit die erste Stadt, die diesen Schritt wagt.“ Zwar wird der Ausbau von Bund und Land gefördert aber nicht selten müssen die Haller mit Hilfe von Juristen, Planern und Projektsteuerern zuvor unbetretene Wege ausleuchten.

Netzbetreiber noch nicht bestimmt

Die Ausschreibung des Netzbetriebs ist erfolgt. Aktuell geht es darum zu entscheiden, wer zu welchen Konditionen das neue Haller Glasfasernetz künftig betreiben darf. Strieckmann: „Auch hier sind noch einige juristische und technische Fragen zu klären.“ Ein Vertragsentwurf liegt zur Prüfung bei der Bundesnetzagentur. Ist der Vertrag unter Dach und Fach, können der künftige Betreiber und die Baugesellschaft mit den beteiligten Behörden und Grundbesitzern die Genehmigungsplanung abstimmen. Die ist vor der Ausschreibung der Bauarbeiten nötig.

Tiefbauer haben viel zu tun

Ob sich überhaupt ein Unternehmen auf diesen mit gerade einmal rund 800 Hausanschlüssen eher kleinen Ausbauauftrag bewirbt, bleibt abzuwarten. Strieckmann: „Tiefbauer haben derzeit im Straßen- und Brückenbau alle Hände voll zu tun.“ Und nur wenige sind auf den Bau flächendeckender Glasfasernetze spezialisiert. Eine Hoffnung ruht auf Anbietern aus Dänemark und den Niederlanden, die dort die meisten Projekte schon erledigt haben. Laut der Grobplanung sind für die reine Bauzeit zehn bis 14 Monate geplant.

Halle liegt noch gut im Rennen

„Das kann sich aber negativ wie positiv schnell ändern, wenn wir wissen, wer mit welcher Technologie wann startet“, ergänzte Strieckmann. Zurzeit arbeitet die Geschäftsführung daran, einen realistischen Zeitplan für den Abschluss von Pachtvertrag, Feinplanung, Ausschreibung und Beginn der Bauarbeiten aufzustellen. Wer heute prüfen will, wie weit das Projekt „Glasfaser für Halle Westfalen“ gekommen ist, muss den Vergleich suchen: Laut der atene KOM haben bundesweit gerade einmal 20 Projekte den ersten Spatenstich hinter sich. Förderzusagen hat das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) seit April 2016 an 731 Projekte vergeben. Somit sind – Stand heute – noch rund 710 Mitbewerber um die Gunst der wenigen Baufirmen im Rennen. Und die hallewestfalen.net GmbH ist demzufolge immer noch recht weit vorn.

Zwei Jahre Wartezeit überbrücken

Bewohner der Haller Ortsteile, die nicht bis Mitte oder Ende 2020 auf schnelles Internet warten können, sollten spätestens jetzt alternative Techniken wie die Datenübertragung per Funk prüfen, so Strieckmann. Wer sich dann für einen Vertrag über zwei Jahre entscheide könne einfach wechseln, wenn das Haller Glasfasernetz in Betrieb geht.

Legte jetzt einen Status für die Arbeit der Glasfasernetz-baugesellschaft hallewestfalen.net GmbH vor: Geschäfts-führer Jochen Strieckmann.

Land gibt fast 3 Mio. Euro für Haller Breitbandnetz

Düsseldorf. 1. Dezember 2017. NRW-Wirtschafts- und Digitalminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart überreichte am Freitag, 1. Dezember 2017, dem Haller Kämmerer und hallewestfalen.net-Geschäftsführer Jochen Strieckmann einen Förderbescheid über 2,984 Mio. Euro für den Ausbau des Haller Glasfasernetzes.

„Schnelles Internet ist die Voraussetzung für einen zukunftsfähigen Wirtschaftsstandort“, lobte Pinkwart die Anstrengungen der Kommunen. Er sei froh, dass Städte und Kreise den weitsichtigen Weg gehen, in den Bau von Glasfasernetzen zu investieren.

Mit der Übergabe der Landesmittel löst die Landesregierung ihr Versprechen ein, mit Bundesmitteln geförderte Projekte zusätzlich mit Zuschüssen aus der Landeskasse zu unterstützen. Neben den ingsesamt 88 Mio. Euro vom Land stehen für die 20 Projekte in 17 Städten und Kreisen gut 100 Mio. vom Bund und 11,5 Mio. aus Mitteln der Kommunen bereit.

Der Breitbandausbau in Halle Westfalen liegt mit der Fördersumme von knapp 3 Mio. Euro im  Mittelfeld aller vom Land unterstützten Projekte . Zehn der 20 Projekte liegen in ihrer Fördersumme teils deutlich darunter. Die größten Summen fließen nach Ibbenbüren (11,25 Mio. Euro) und Hückeswagen (10,2 Mio. Euro).

NRW Wirtschaftsminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart überreicht In Düsseldorf am Freitag, 1. Dezember 2017, Bescheide zur Ko-Finanzierung des Breitbandausbaus an Jochen Strieckmann (links) von der Stadt Halle Westfalen.