Aufgabe

Die im Herbst 2016 gegründete hallewestfalen.net GmbH, ein 100-prozentiges Tochterunternehmen der Stadt Halle (Westf.), hat den Auftrag,  einen zeitnahen Zugang zu maximal schnellem Internet zu ermöglichen.

Hierfür projektiert und errichtet das Unternehmen bei Förderung durch Land und Bund ein Glasfaserkabelnetz in jenen Bereichen, in denen die privaten Anbieter wie Telekom, BiTEL, Unitymedia oder andere aus wirtschaftlichen Gründen nicht in den Ausbau der Technik investieren wollen.

Politik und Verwaltung wollen mit dieser Initiative die Infrastruktur in der Stadt Halle (Westf.) zukunftsfähig machen. Ziel ist es, auch den Bewohnern und Betrieben auf dem Land zu ermöglichen, künftig von daheim zu arbeiten oder anspruchsvolle Webapplikatonen einfach zu nutzen.

Bauplan

breitbandausbau-halle
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Die Karte des Haller Stadtgebiets zeigt gelb markiert jene Bereiche der Ortsteile, in denen private Anbieter bereits jetzt schon oder in Kürze einen leistungsfähigen Internetanschluss bereitstellen. In Rot schraffiert sind die sogenannten „Weißen Flecken“, das sind die Räume, in denen die hallewestfalen.net GmbH ihr Glasfasernetz in die Erde bringen will.

Auf einer Fläche von rund 52,7 Quadratkilometern sollen damit 750 bislang unversorgte Gebäude erschlossen werden, in denen 1.132 private Haushalte und 216 Firmen und Gewerbebetriebe registriert sind. Hier finden Sie eine genaue Liste aller Straßen und Häuser, die bis Ende 2018 an das Haller Glasfasernetz angeschlossen werden sollen:

Mit einem Klick auf das Bild können Sie sich die Straßenliste als PDF herunterladen .

 

Zeitplan

Ende 2018 sollen alle geplanten Verbindungen und Hausanschlüsse des Haller Glasfasernetzes errichtet sein. Der aktuelle Zeitplan (Stand: November 2016) sieht so aus:

  • Technische und rechtliche Vorprüfung: November 2015 bis März 2016
  • Ausarbeitung Masterplan: April bis September 2016
  • Fördermittelbescheid:  erwartet für Februar 2017
  • Feinplanung und Ausschreibung Bau und Betrieb: Februar bis August 2017
  • Geplanter Baubeginn: November 2017
  • Geplante Fertigstellung: Ende 2018

Aktuelles

Stadt veröffentlicht Ausbaupläne

HalleWestfalen. 29. September 2016. Die Stadt Halle (Westf.) wird in den Außenbereichen zeitnah mit dem Ausbau eines eigenen Glasfasernetzes beginnen. Bis Ende 2018 sollen 1.132 Haushalte und mehr als 216 Firmen einen eigenen Anschluss bekommen.

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Antworten

Warum baut die Stadt ein Glasfasernetz?

Hochleistungsfähige Breitbandnetze sind Basis und Treiber der Digitalisierung und damit für die Zukunftsfähigkeit eine Wirtschaftsstandortes oder eines Landes unverzichtbar. Diese muss drei hohen Anforderungen entsprechen: Hohe Kapazität für hohe Datenmengen und viele Nutzer parallel, eine breite Verfügbarkeit und eine geringe Latenz (kurzzeitige Unterbrechungen, die bestimmte Prozessanwendungen stören). Bei klassischen Telefonleitungen oder Koaxialkabel, wie man sie beim Fernsehempfang nutzt, können sich mehrere parallel übertragende Signale gegenseitig stören. Ein Glasfasernetz benötigt nicht zuletzt für den Betrieb weniger Energie als z. B. ein Kupferkabelnetz. Zudem steigt das Datenvolumen von Jahr zu Jahr exorbitant: Im Festnetz war es zuletzt eine jährliche Verdopplung, in den Mobilfunknetzen sogar eine Verdreifachung. Bis 2019 rechnet man mit einem weltweiten Anwachsen auf zwei Billionen Gigabyte.

Nach welchem Standard wird gebaut?

Gebaut wird nach dem sogenannten FTTB-Standard. FTTB ist die Abkürzung des englischen Begriffs „Fiber to the Building“ und steht dafür, dass das Glasfaserkabel bis zum Haus geführt wird. Für die Technik im Haus bleibt der Hausbesitzer zuständig.

Warum ist mein Haus nicht in der Ausbauliste?

Die Stadt Halle (Westf.) darf aufgrund der aktuellen Rechtslage nur in den Gebieten, in denen kein weiterer Anbieter einen Breitbandanschluss anbieten kann, ein Glasfasernetz verlegen. Aufgrund einer Markterkundung, an der alle vor Ort tätigen Telekommunikationsunternehmen beteiligt wurden, sind die nicht versorgten Gebiete ermittelt und abgegrenzt worden. Das heisst im Umkehrschluss, bei Ihnen gibt es bereits einen privatwirtschaftlichen Anbieter (Telekom, BiTEL, Unitymedia o.a.), der Ihnen einen Internetanschluss anbieten kann.

Was kostet mich der Anschluss an das Glasfasernetz?

Es ist zum jetzigen Stand der Planung (November 2016) beabsichtigt, die Hausanschlüsse ohne eine Kostenbeteiligung der Eigentümerinnen und Eigentümer zu errichten.

Wann kommt der Anschluss?

Es muss noch abgewartet werden, ob das Projekt mit Bundes- und Landesmitteln gefördert wird. Hierzu wird mit einer Entscheidung im Frühjahr 2017 gerechnet. Im Anschluss muss der Bau eines Glasfasernetzes europaweit ausgeschrieben werden, um dann voraussichtlich im Spätsommer 2017 mit dem Ausbau beginnen zu können. Aktuell wird mit einer Bauzeit von rund 1,5 Jahren gerechnet, so dass Ende 2018 alle Häuser an das Glasfasernetz angeschlossen sein sollen. Spätestens dann soll das Netz auch in Betrieb gehen.

Was ist, wenn ich keinen Anschluss möchte?

Niemand wird zu einem Glasfaseranschluss gezwungen. Sollten Eigentümerinnen und Eigentümer einen Anschluss ablehnen, wird auch kein Anschluss verlegt. Bitte beachten Sie, dass ein leistungsfähiger Internetanschluss schon heute und gerade bei jungen Menschen entscheidend für die Wahl der nächsten Wohnadresse ist.

Kann ich bei hallewestfalen.net einen Internetanschluss anfragen oder beauftragen?

Nein. Die hallewestfalen.net wurde nur zum Zwecke des Baus eines Gasfaserkabel-Netzes gegründet. Für den späteren Betrieb soll es an einen Internetanbieter (Provider) verpachtet werden. Wer das ist, werden die offenen Ausschreibungen (geplant von Februar bis August 2017) ergeben.

Warum baut hallewestfalen.net nicht gleich ein Glasfasernetz in der ganzen Stadt?

Für graue und schwarze Flecken auf der Landkarte der Breitbandversorgung – wo es bereits eine oder mehrere privatwirtschaftliche Internetanbieter gibt – müsste die Stadt eine Genehmigung (sog. Einzelfallnotifizierung) bei der EU-Kommission anfragen, in „weißen Flecken“ wird der Ausbau durch einen öffentlichen Träger von den Juristen als eher unproblematisch betrachtet. Die Stadt will im zweiten Schritt prüfen, ob ein Überbauen der bis dahin entstandenen Infrastruktur in den grauen oder schwarzen Bereichen nötig erscheint, um für alle maximal hohe Übertragungsraten zu ermöglichen.

Was geschieht in den anderen Teilen der Stadt?

Nach unseren Kenntnissen verbindet die Telekom derzeit 62 ihrer 88 Kabelverzweigern (KVz) mit Glasfaser. Von dort aus geht es mit dem Vectoring-Verfahren auf dem Kupferkabel bis in die Haushalte weiter. Diese Technologie macht mehr als 30 Mbit/s möglich. Vier Kabelverzweiger waren zuvor schon angeschlossen; 22, vor allem in Hesseln und Hörste, sollen ggf. später angeschlossen werden. Das Telekomnetz nutzen auch andere Anbieter. Unitymedia rüstet ihr Kabel-TV-Netz in Halle und Künsebeck so um, dass künftig Internet-Datenraten von bis zu 400 Mbit im Upload und bis zu 10 MBit im Upload möglich sein dürften.

Was meint „weiße“ und „schwarze“ Flecken in Bezug auf die Internet-Infrastruktur?

Gebiete, in denen keine Breitbandstruktur verfügbar ist und in denen die bekannten Netzbetreiber auch in naher Zukunft voraussichtlich nicht bauen werden, werden im Fachjargon „weiße Flecken“ genannt.  Und „schwarze Flecken“ heißen die Gebiete, in denen zwei oder mehr Breitbandnetze vorhanden sind und ggf. ein weiterer Ausbau geplant ist. „Schwarz“ sind in der Regel die Bereiche einer Stadt, in der vielen Menschen auf engem Raum leben, „weiß“ sind in der Regel die eher oder sehr ländlich geprägten Ortsteile, in denen die Häuser zum Teil sehr weit auseinanderliegen, der Bau eines Kabelnetzes also besonders aufwändig ist.

Welche übergeordneten politischen Ziele stehen hinter dem, was die Stadt tut?

Laut der „Digitalen Agenda“ der EU-Kommission soll es bis 2013 eine flächendeckende Breitbandgrundversorgung geben und bis 2020 eine Übertragungsgeschwindigkeit von mindestens 30 Mbit/s erreicht werden. Das entspricht dem FTTC-Standard (Fiber to the Curb – Glasfaser bis zum Kabelverzweiger) dem aktuellen Ausbaustandard der Telekom. Die Bundesregierung will bis 2015 ein Gigabit-Glasfasernetz für ganz Deutschland bis zum Jahr 2025. Sie hat dafür ein 2,7 Milliarden Euro schweres Förderprogramm aufgelegt. Mehr unter www.zukunft-breitband.de und https://www.breitbandbuero.de/. Das Land Nordrhein-Westfalen formuliert in ihrem Strategiepapier „NRW 4.0“ folgende Ziele: Kurzfristig gilt es, bis 2018 eine Breitbandversorgung mit einem Downloadvolumen von mindestens 50 Mbit/s zu bewirken. Daneben hat die glasfaserbasierte Versorgung von rund 3.000 Gewerbegebieten mit mehr als 50 Mbit/s im Up- und Download Priorität. Mittelfristig soll das Land NRW mit einer glasfaserbasierten Telekommunikationsinfrastruktur, die Bandbreiten von mehr als 100 Mbit/s im Up- und Download ermöglichen, flächendeckend versorgt werden. Bis 2018 stellt das Land eine halbe Milliarde Euro Fördermittel für den Ausbau bereit. Mehr unter www.breitband.nrw.de. Bund und Land wollen Ausbauaktivitäten mit bis zu 90 Prozent der Investitionskosten fördern. Der Kreis Gütersloh hat in Zusammenarbeit mit den Städten schon 2014 einen Breitband-Masterplan ausarbeiten lassen. Von der Ursprungsidee, in allen Städten bis 2025 Leerrohre für ein Gasfasernetz mit 89 Prozent Gesamtabdeckung zu bauen, sind die meisten Kommunen jedoch wieder abgewichen und versuchen jetzt teils miteinander, teils auf unterschiedlichen Wegen die Versorgung ihrer Einwohner mit maximal schnellem Internet zu verbessern.

Wo kann ich schon heute sehen, wer mir aktuell welche Bandbreite anbietet?

Der Ausbau des schnellen Internets ist in vollem Gange, die Auskünfte darüber, wer gerade wo was anbietet, ändert sich von Tag zu Tag. Einen guten ersten Überblick bietet die Seite www.internetanbieter-zuhause.de (Link zu https://internetanbieter-zuhause.de/regional/halle-westf/) Aber Vorsicht: Auch solche Übersichten müssen nicht komplett sein. Bei diesem fehlt zum Beispiel die BiTEL, die ebenfalls ein Glasfasernetz in Halle betreibt.
Übertragungsraten von Internetzugängen im Vergleich (Quelle: Wikipedia)

 Standard

Datenübertragungsrate

Modem maximal 56 kbit/s
ISDN 64 kbit/s (128 kbit/s bei Nutzung beider B-Kanäle und 2 Mbit/s bei Primärmultiplexanschluss)
ADSL 384 kbit/s Down- und 64 kbit/s Upstream (DSL „light“) bis

25 Mbit/s Down- und 3,5 Mbit/s Upstream (ADSL2+)

VDSL 25 Mbit/s bis 300 Mbit/s[3]
DOCSIS (TV-Kabel) 200 Mbit/s Down- und 10 Mbit/s Upstream[4]
Fibre To The Building (FTTB; Glasfaser) 1+ Gbit/s Downstream

Noch viel mehr Datenraten finden Sie hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Größenordnung_(Datenraten)

Bandbreiten-Umrechner(Quelle: Heise)

Einheiten:

kBit: 1.000 Bit
MBit: 1.000 kBit
GBit: 1.000 MBit
TBit: 1.000 GBit
PBit: 1.000 TBit

dezimal

Kilobyte (kB): 1000 Byte
Megabyte (MB): 1.000.000 Byte
Gigabyte (GB): 1.000.000.000 Byte
Terrabyte (TB): 1.000.000.000.000 Byte
Petabyte (PB): 1.000.000.000.000.000 Byte

binär

Kibibyte (KiB): 1024 Byte
Mebibyte (MiB): 1.048.576 Byte
Gibibyte (GiB): 1.073.741.824 Byte
Tebibyte (TiB): 1.099.511.627.776 Byte
Pebibyte (PiB): 1.125.899.906.842.624 Byte

Kontakt

Die hallewestfalen.net GmbH will ein Glasfasernetz in der Stadt Halle (Westf.) errichten. Betreiben wird es jedoch aller Voraussicht nach ein anderes Unternehmen. Deshalb kann man bei hallewestfalen.net keinen Internetanschluss ordern. Bitte senden Sie uns jede andere Anfrage per E-Mail: