Der geförderte Glasfaserausbau der sogenannten „Grauen Flecken“ in Halle (Westf.) erreicht den nächsten wichtigen Meilenstein. Nachdem die ersten Grundstücksnutzungsverträge abgeschlossen wurden, beginnen nun die Vorbereitungen für die Glasfaser-Hausanschlüsse. In den Ortsteilen Hesseln, Bockel, Hörste und Künsebeck starten vom 7. bis 18. September 2026 die ersten Hausbegehungen.
Eigentümer*innen, die bereits einen Grundstücksnutzungsvertrag abgeschlossen haben, erhalten hierzu eine Einladung zur Terminbuchung per E-Mail. Über einen persönlichen Link können sie selbst ein verfügbares Zeitfenster für die Begehung auswählen. In einer ersten Runde werden rund 860 Einladungen versendet. Weitere Einladungen für betroffene Eigentümerinnen werden schrittweise verschickt. Fälle, bei denen derzeit noch offene Fragen mit dem Fördermittelgeber bestehen, befinden sich weiterhin in Klärung.
Hausbegehung als wichtiger Planungsschritt
Bei der ersten Hausbegehung steht insbesondere die Situation auf dem jeweiligen Grundstück im Mittelpunkt. Ziel ist es, frühzeitig mögliche Besonderheiten und Herausforderungen für die spätere Leitungsführung zu erfassen. Dazu zählen bei-spielsweise Baumbestand, Zisternen, vorhandene Infrastruktur, Leerrohre oder Kanäle. Auch weitere Besonderheiten, wie mehrere Gebäude auf einem Grundstück, können für die Planung relevant sein. Für eine bessere Planung können die entsprechenden Informationen bereits im Vorfeld über das Kommentarfeld der Terminabfrage mitgeteilt werden. Im Rahmen der Begehung wird außerdem betrachtet, wie die Glasfaserleitung voraussichtlich über das Grundstück bis zum Gebäude geführt werden kann. Ein Zugang zum Keller ist dabei hilfreich, für diese erste Begehung jedoch nicht zwingend erforderlich.
Wichtig ist: Die jetzige Hausbegehung ersetzt nicht die spätere Begehung durch den ausführenden Tiefbauer. Diese erfolgt unmittelbar vor beziehungsweise während der Bauphase des Hausanschlusses. Dabei werden weitere technische Details und insbesondere der genaue Wanddurchbruch abschließend festgelegt.
Bericht im Anschluss an die Begehung
Nach der Hausbegehung erhalten die Eigentümer*innen einen Bericht mit den aufgenommenen Informationen. Darin wird unter anderem der zu diesem Zeitpunkt vorgesehene vorläufige Wanddurchbruch an der Gebäudeaußenwand dokumentiert.
Mit den ersten Hausbegehungen in Hesseln, Bockel, Hörste und Künsebeck wird damit ein weiterer wichtiger Planungsschritt für den Glasfaserausbau umgesetzt. Nach der Vor-Ort-Planung folgen weitere Schritte wie die Ausschreibung der Bau-leistungen, die Herstellung der notwendigen Rohrleitungen, der Bau des Hausan-schlusses, das Einblasen und Auflegen der Glasfaser sowie abschließend die Freischaltung des Anschlusses.
Hintergrund
Die hallewestfalen.net GmbH wurde als 100-prozentiges Tochterunternehmen der Stadt Halle (Westf.) im Herbst 2016 mit dem Auftrag, einen zeitnahen Zugang zu maximal schnellem Internet zu ermöglichen, gegründet. Zunächst wurden die sogenannten „weiße Flecken“ (Datenrate unter 30 Mbit/s) im Haller Stadtgebiet an ein Glasfasernetz angeschlossen. Das betraf jene Bereiche, in denen die privaten Anbieter wie Telekom, BiTEL, Unitymedia oder andere aus wirtschaftlichen Gründen nicht in den Ausbau der Technik investieren wollten. Im aktuellen Projekt erschließt hallewestfalen.net die sogenannten „grauen Flecken“. Dabei handelt es sich um Objekte, in denen zwar bereits ein Netzbetreiber aktiv ist, die aktuellen Datenraten jedoch kleiner 300 Mbit/s im Download liegen. Das betrifft voraussichtlich 1.400 Objekte, die Anspruch auf einen kostenlosen Glasfaseranschluss haben.
Das Projekt wird im Rahmen des Bundesförderprogramms Breitbandausbau durch das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (50 Prozent) und das Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen (30 Prozent) gefördert. 20 Prozent der Investitionen wird die Stadt Halle (Westf.) einbringen.
Die Politik und die Verwaltung wollen mit dieser Initiative die Infrastruktur in der Stadt Halle (Westf.) zukunftsfähig machen. Ziel ist es, auch den Bewohnerinnen und Bewohnern sowie Betrieben auf dem Land zu ermöglichen, künftig von zu Hause aus zu arbeiten oder anspruchsvolle Webapplikationen zu nutzen. Als kommunales Unternehmen fokussiert sich hallewestfalen.net auf den Aufbau der passiven Glasfaserinfrastruktur. Es übernimmt Planung, Leitungsnetz- und Stationsbau. Die aktive Netznutzung und Bereitstellung von Tarifen erfolgt durch den beauftragen Pächter.

