Die Glasfasern werden eingeblasen
Glasfasernetz von hallewestfalen.net soll bis Mitte 2021 in Betrieb gehen
Der Aufbau des vom Bundesprogramm Breitbandausbau und vom NRW-Wirtschaftsministerium geförderten Glasfasernetzes in den ländlichen Teilen Halles geht weiterhin gut voran. In ihrem aktuellen Quartalsbericht meldet die hallewestfalen.net GmbH, dass die Tiefbauarbeiten mit gut 115 Kilometern verlegten Rohrtrassen inzwischen zu etwa 80 Prozent abgeschlossen sind. Rund 70 Prozent der Hausanschlüsse sind angelegt und alle fünf POP-Stationen aufgestellt. Die offizielle Bauaußenprüfung durch den Projektträger des Bundesförderprogramms Breitband, atene Kom GmbH, hat das Projekt bereits im Juli ohne Beanstandungen durchlaufen.
„Mit den beiden längsten Trassen, in den Losen drei und vier in Hörste und Kölkebeck, sind wir so gut wie fertig“, berichtet Lothar Jung von der Rodenberger BIB TECH GmbH, der die Bauarbeiten koordiniert. Zunächst seien allerdings nur die Rohre verlegt worden, in die ab Ende September dann die Glasfaserkabel eingeblasen werden. „Das kann schon mal durch die Druckluftkompressoren etwas lauter werden“, kündigt der Bauleiter an. Sobald die Kabel bis zu den Hausanschlüssen liegen, werden dort die Übergabeanschlüsse (APL) installiert, an denen das Netz der hallewestfalen.net GmbH endet. „An dieser Stelle ist übrigens eine 220-Volt-Steckdose erforderlich, um später den Router des Internetanbieters zu betreiben“, erklärt Jung. „Nach der Inbetriebnahme des Netzes im Frühjahr 2021 können die Gebäudebesitzer dann bei der künftigen Netzpächterin Deutsche Telekom AG oder anderen Internetdienstleistern die Umstellung auf den neuen Glasfaser-Anschlusspunkt beauftragen.“
Von den rund 750 an das Netz angeschlossenen Gebäuden laufen die Leitungen bei insgesamt 48 Kabelverteilerschränken (KVZ) zusammen und von da aus zu den Gebietsverteilstationen. An diesen sogenannten „Points of Presence“ (POP) wird das Netz der hallewestfalen.net GmbH mit dem Netz der Telekom verbunden. Die insgesamt fünf POP-Stationen in Hörste, Kölkebeck, Künsebeck sowie Halle Nord und Süd sind alle bereits aufgestellt und betriebsbereit. „Nun werden die Außenanlagen um die garagengroßen Stationen geplant und gestaltet“, kündigt Jung an. Derzeit steht bei ihm der Anschluss der insgesamt 15 Schulen im Haller Stadtgebiet auf dem Plan. In den Losen Halle Nord und Halle Stadt werden hier in den nächsten Wochen die Rohrleitungen verlegt. „Dafür graben wir uns gerade von Künsebeck aus, unter der B68 durch in Richtung Halle Nord.“
Wegen der Verzögerungen durch Überschwemmungen im Frühjahr und die Corona-Pandemie hat die hallewestfalen.net für das Projekt eine Bauzeitverlängerung bis Juli 2021 beantragt. „Zum Jahresende wollen wir alle Kabel eingeblasen und bis März die Montagearbeiten abgeschlossen haben – wenn der Winter nicht zu streng wird“, erläutert Jung. Die Inbetriebnahme des Netzes sei für Mai 2021 geplant. „Deshalb können die angeschlossenen Haller eine Umstellung auf die neuen Dienste erst im kommenden Frühjahr beantragen.“
„Nicht nur für die Haller Unternehmen, auch für Schulen und Privathaushalte ist eine leistungsfähige Internet-Infrastruktur heute unverzichtbar“, betont Johannes Wiese, der zusammen mit Jochen Strieckmann als Geschäftsführer der hallewestfalen.net GmbH fungiert. Das sei besonders in den vergangenen Pandemie-Monaten mehr als deutlich geworden. „Home-Schooling und Home-Office sind nun mal mit langsamen Internet-Verbindungen nur schwerlich möglich.“ Er freue sich deshalb, dass im kommenden Jahr alle Haller Haushalte, die mit weniger als 30 Mbit/s versorgt sind, an das neue Glasfasernetz der hallewestfalen.net angeschlossen sein werden.
Hintergrund
Als 100-prozentige Tochter der Stadt Halle (Westf.) soll die hallewestfalen.net GmbH in den – vorwiegend – ländlichen Bereichen Halles überall da maximal schnelles Internet bereitstellen, wo die Bandbreite unter 30 Mbit/s liegt und private Anbieter aus wirtschaftlichen Gründen nicht in den Ausbau der Technik investieren. Im Rahmen des Projekts werden auf einer Fläche von rund 52,7 Quadratkilometern etwa 750 Gebäude angeschlossen und damit insgesamt mehr als 1.000 Haushalte und Gewerbebetriebe im ländlichen Bereich mit schnellem Internet versorgt. Darüber hinaus richtet die hallewestfalen.net GmbH insgesamt 15 Anschlüsse für die Haller Bildungsinstitutionen ein. Bei weiteren 300 Gebäuden wird im Zuge der Bauarbeiten mit sogenannten „PassedBy-Anschlüssen“ ein nachträglicher Zugang zum Glasfasernetz ermöglicht. Das Projekt wird im Rahmen des Bundesförderprogramms Breitbandausbau durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (50 Prozent) und das Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen (40 Prozent) gefördert. Zehn Prozent der Investitionen bringt die Stadt Halle (Westf.) ein.




