Telekom-Shop in Halle nimmt Anfragen nach neuen Anschlüssen auf

Glasfasernetz der hallewestfalen.net GmbH wird voraussichtlich Ende Juli an Netzpächter Telekom übergeben

Nur noch wenige Restarbeiten im Juli, dann kann die hallewestfalen.net GmbH das vom Bundesprogramm Breitbandausbau und vom NRW-Wirtschaftsministerium geförderte Glasfasernetz in den ländlichen Teilen Halles planmäßig an den Netzpächter Telekom übergeben. Für insgesamt 805 Gebäude im Kreisgebiet mit rund 1.200 Wohneinheiten kann dann bei der Telekom der Zugang zum schnellen Internet beauftragt werden. Anschlüsse für 300 weitere Gebäude sind bei der insgesamt 137 Kilometer langen Trasse vorsorglich mitverlegt worden, dürfen jedoch erst in einer späteren Ausbaustufe angeschlossen werden.

„Letzte Tiefbauarbeiten führen wir im Juli noch für eine 900 Meter lange Rohrstrecke im Bereich Kölkebecker Straße am Abzweig Tiegstraße bis Keimstraße durch“, berichtet Lothar Jung, von der Rodenberger BIB TECH GmbH, der die Bauarbeiten koordiniert. „Hier hat sich die Planung durch die Naturschutz-Vorgaben etwas verzögert.“ Das Teilstück gehöre zu einer rund 16 Kilometer langen Strecke, die die POP-Stationen in Kölkebeck und Künsebeck miteinander verbindet. „Wenn die letzten Rohre verlegt sind, werden anschließend auf der gesamten Strecke die letzten Kabel eingeblasen“, kündigt Jung an. Dieses Teilstück des Glasfasernetzes dient als redundante Ersatzleitungen, mit denen die Funktionssicherheit des Glasfasernetzes auch bei Störungen gewährleistet wird. „Über solche Redundanzstrecken kann das Signal bei Beschädigung einer Leitung oder anderen Störungen kurzfristig umgeleitet werden.“

Darüber hinaus sind im Juli noch vereinzelt Hauskabel und Anschlusspunkte zu montieren. „Das betrifft unter anderem Gebäude, zu denen wir bis jetzt noch keinen Zugang hatten“, erklärt Jung. Dafür gebe es die verschiedensten Gründe. „In einigen Häusern konnten wir niemanden erreichen, der uns hineinlässt, manche Gebäude sind gar nicht bewohnt oder durften wegen einer Corona-Quarantäne nicht betreten werden.“ Bei einem Gebäude stehe der Keller unter Wasser und müsse erst noch abgepumpt werden.

Das bestehende Telekom-Netz ist über die POP-Stationen in Halle Nord und Künsebeck mit dem Glasfasernetz der hallewestfalen.net GmbH verbunden. „Die erforderlichen Tiefbauarbeiten dafür sind inzwischen abgeschlossen“, berichtet Jung. Nun seien vom Netzpächter Telekom noch einige technische Probleme bei der Einspeisung des Signals zu beheben. „Unter anderem muss die Telekom in Hörste noch einen sogenannten Aktivschrank aufbauen. Der ist aber bisher noch nicht geliefert.“

„Die hallewestfalen.net wird das neue Glasfasernetz nach Abschluss der Arbeiten an den Netzpächter übergeben“, kündigt der Geschäftsführer der hallewestfalen.net GmbH, Johannes Wiese, an. Bis dahin erfolge die Abnahme des gesamten Glasfasernetzes mit Messung und Kalibrierung der Datenleitungen. „Wir haben dann die passive Infrastruktur für den Betrieb des Glasfasernetzes bereitgestellt, die Aktivierung, also die Beleuchtung der Glasfasern liegt im Aufgabenbereich der Telekom“, betont Wiese. Die technischen Daten jeder einzelnen Glasfaserleitung seien der Telekom zur Verfügung gestellt worden, würden allerdings derzeit noch in den Systemen der Telekom erfasst. „Gebucht werden kann der neue Glasfaseranschluss bei der Telekom erst, wenn diese Daten verarbeitet sind“, so Wiese.

„Damit sich private und gewerbliche Interessenten fachkundig zu den technischen Anschlussmöglichkeiten und Tarifen beraten lassen können, haben wir in Zusammenarbeit mit Filialleiter Bram Liebrand, den Telekom-Partner Mobilpunkt GmbH am Ronchinplatz 3 in Halle (Tel: 05201 – 6626169 Email: halle@mobilpunkt.de) als Anlaufstelle eingerichtet. Dort liegen Informationsbroschüren zur Installation des Glasfaseranschlusses im Wohngebäude bereit und können Detailfragen geklärt werden.“ Die Kunden hätten außerdem die Möglichkeit, ihre persönlichen Daten für den Abschluss der Verträge zu hinterlegen, so dass die Buchung erfolgen kann, sobald die technischen Leitungsdaten im System erfasst sind. Gewerbliche Kunden können sich alternativ unter der Rufnummer 05201 / 97 177 – 206 oder per Email unter katrin.schmidt@hosysteme.de an Katrin Schmidt vom Bereich Business-Kunden bei ho.Systeme GmbH + Co. KG, Kreisstraße 10 in Halle wenden.

„Die hallewestfalen.net GmbH hat mit der Telekom im Rahmen des Pachtvertrages Mindestanforderungen für die Dienstleistungen der Telekom für Privatkunden vereinbart“, erklärt Wiese. Hier stehen allen Kunden eine Festnetz-Telefonflatrate für 41,59 Euro pro Monat und ein Internet-Flatrateprodukt mit mindestens 100 Mbit/s Download und 5 Mbit/s Upload zum Preis von monatlich 53,49 Euro zur Auswahl. Hinzu kommt eine einmalige Anschlussgebühr von 83,24 Euro. „Uns ist bewusst, wie wichtig ein schnelles Internet gerade in Pandemie-Zeiten ist“, betont er. „Gemeinsam mit der Telekom setzen wir alles daran, dass die neuen Anschlüsse so bald wie möglich gebucht werden können.“

Als 100-prozentige Tochter der Stadt Halle (Westf.) stellt die hallewestfalen.net GmbH in den – vorwiegend – ländlichen Bereichen Halles überall da maximal schnelles Internet bereit, wo die Bandbreite unter 30 Mbit/s liegt und private Anbieter aus wirtschaftlichen Gründen nicht in den Ausbau der Technik investieren. Im Rahmen des Projekts werden auf einer Fläche von rund 52,7 Quadratkilometern etwa 820 Gebäude angeschlossen und damit insgesamt mehr als 1.200 Haushalte und Gewerbebetriebe im ländlichen Bereich mit schnellem Internet versorgt. Darüber hinaus richtet die hallewestfalen.net GmbH insgesamt 26 Anschlüsse für die Haller Bildungsinstitutionen ein. Bei weiteren 300 Gebäuden wird im Zuge der Bauarbeiten mit sogenannten „PassedBy-Anschlüssen“ ein nachträglicher Zugang zum Glasfasernetz ermöglicht. Das Projekt wird im Rahmen des Bundesförderprogramms Breitbandausbau durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (50 Prozent) und das Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen (40 Prozent) gefördert. Zehn Prozent der Investitionen bringt die Stadt Halle (Westf.) ein.

Arbeite am Verlegen von GlasfaserkabelGlasfaser-Kabel aufgewickeltGlasfaser Verlegung  

Bis zu neun Kilometer Glasfaserkabel können von einer Stelle aus in die Rohranlagen eingeblasen werden.

 

Kölkebecker Straße  Straße KeimstraßeStraße Tiegstraße

Im Bereich Kölkebecker Straße am Abzweig Tiegstraße bis Keimstraße wird im Juli das letzte Teilstück der Trasse durch das Naturschutzgebiet gebaut.

Fotos: hallewestfalen.net GmbH / L. Jung