62 Kilometer Rohr sind verlegt

Ein Halle Westfalen Gebiet aus der Vogelperspektive

Die Arbeiten für das vom Bundesprogramm Breitbandausbau und vom NRW-Wirtschaftsministerium geförderte Glasfasernetz in den ländlichen Teilen Halles kommen gut voran. Das meldet die hallewestfalen.net GmbH in ihrem aktuellen Quartalsbericht: 62 von etwa 100 Kilometern Rohr sind bereits verlegt, bei 120 von rund 750 Gebäuden liegen bereits die Rohrleitungen zu den Anschlusspunkten im Haus. Allerdings bringt die Corona-Krise auch einige Verzögerungen mit sich.

Im Rahmen des Projekts sollen auf einer Fläche von rund 52,7 Quadratkilometern etwa 750 Gebäude angeschlossen und damit insgesamt mehr als 1.000 Haushalte und Gewerbebetriebe im ländlichen Bereich mit schnellem Internet versorgt werden. Darüber hinaus richtet hallewestfalen.net 26 Anschlüsse für die Haller Bildungsinstitutionen ein. Bei weiteren 300 Gebäuden wird im Zuge der Bauarbeiten mit sogenannten „PassedBy-Anschlüssen“ ein nachträglicher Zugang zum Glasfasernetz ermöglicht. Die Bauarbeiten für das neue Glasfasernetz erfolgen abschnittsweise in fünf „Losen“. Für Ascheloh, Eggeberg, Hesseln und Künsebeck ist die Lüders Dienstleistungs GmbH aus Soltau zuständig. In Kölkebeck und Hörste werden die Bauarbeiten von der SPIE SAG GmbH aus Wallenhorst ausgeführt. Mit insgesamt sechs Baukolonnen haben die beiden Bauunternehmen inzwischen bereits 62 Kilometer Rohr verlegt. Die Erdarbeiten für Los 1 in Eggeberg, Berghagen, Hesseln und Ascheloh sind zum größten Teil durchgeführt und werden im Mai abgeschlossen. Auch in Los 2 in Stockkämpen sind die Rohre bereits größtenteils verlegt. Für Verzögerungen sorgt allerdings derzeit die Corona-Krise: „Weil die notwendigen Gespräche mit den Hauseigentümern wegen des Infektionsrisikos nur sehr eingeschränkt geführt werden können, stockt die Verlegung der Rohre zu den einzelnen Gebäuden“, berichtet Bauleiter Lothar Jung von der BIB TECH GmbH aus Rodenberg, der die Arbeiten koordiniert.

„Im Prinzip arbeiten wir uns beim Bau des Glasfasernetzes vom Kleinen zum Großen vor, also von den Hausanschlüssen zu den Knotenpunkten“, erklärt er. Dafür legten die Bauunternehmen im ersten Schritt die Rohrleitungen an den Straßen und von da zu den einzelnen Häusern. Im zweiten Schritt würden danach die Datenleitungen eingeblasen und die Übergabeanschlüsse in den Häusern installiert. „An diesen sogenannten „Abschlusspunkten Linie“ (APL) endet das Netz des Netzbetreibers.“ Von den Gebäuden laufen die Leitungen zu insgesamt 50 Kabelverteilstationen, die schließlich mit fünf Knotenpunkten, sogenannten POP-Stationen, verbunden werden. Standorte dieser Netzverteilerhäuschen sind Hörste, Kölkebeck, Künsebeck, Halle Nord an der Lindenschule und Halle Süd an der Wasserwerkstraße. „An diesen fünf Knoten wird die Telekom als Netzpächter später das Signal einspeisen“, so Jung. „Auch wenn die Übergabepunkte in den Häusern schon längst installiert sind, kann das schnelle Internet also erst nach Abschluss der Baumaßnahmen genutzt werden.“

Ab Anfang Mai werden nun im Bauabschnitt 1 die ersten Kabelverteilerschränke (KVS) aufgestellt werden. Anschließend beginnt das Einblasen der Datenkabel zu den Häusern. Für Anfang Juli ist die Installation der ersten Anschlusspunkte in den Häusern geplant. Im August startet dann der Aufbau der POP-Stationen. „Der ursprünglich für Ende 2020 geplante Abschluss des Projekts wird sich durch die Corona-Krise voraussichtlich um ein halbes Jahr verzögern“, kündigt Jung an. „Die ersten Dienste im neuen Netz stehen deshalb wohl frühestens im Frühjahr 2021 zur Verfügung.“ Detaillierte Informationen über das Projekt und den aktuellen Stand der Bauarbeiten unter www.hallewestfalen.net

Bild Grüner Weg: Beim Ortseingang der K49/Grüner Weg geht es wegen des felsigen Untergrunds nur mühsam voran, obwohl hier Spezialmaschinen eingesetzt werden.
Bild Bergstr: Weil der geplante KVz-Schrank-Standort bei Bergstr. 2 ungeeignet ist, muss zum Kreisverkehr am Grünen Weg ausgewichen werden. Hier muss umgeplant werden.

(Fotos: hallewestfalen.net / L. Jung)

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